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Kreisgruppe Wolfsburg

Amphibienschutz

Regionaler Amphibienschutz in Wolfsburg

Bereits seit 1984 gibt es in Wolfsburg Amphibienschutz durch den BUND.

 

Krötenzählung bei Barnstorf

Nun ist es traurige Gewissheit. Nach dem dramatischen Einbruch der Krötenpopulation im Jahr 2019 setzt sich der Negativtrend auch 2020 fort. Innerhalb von nur zwei Jahren bricht die Population der Kröten in Barnstorf um 46% ein. Zu den Ursachen werden u.a. die letzten beiden trockenen Sommer gezählt. Das Insektensterben wird durch die Trockenheit noch beschleunigt. Viele Kröten sind schlichtweg verhungert, da sie nicht genug Nahrung gefunden haben.

Erschwerend für die Population in Barnstorf ist die Tatsache, dass die dort vorhandene Straßenüberquerungshilfe nur für rund 40% der Kröten nutzbar ist. Der Mehrheit der Tiere bleibt der Zugang zu ihrem Laichgewässer versperrt. Grund dafür ist, dass der zur Verfügung stehende Amphibientunnel aufgrund der Entfernung für die Kröten unerreichbar ist.
Kröten wandern nur kurze Strecken vor einem Hindernis in eine andere Richtung. Finden Sie dabei keine Überquerungsmöglichkeiten, versuchen sie es in entgegengesetzter Richtung. Dabei erschöpfen die Tiere und können sterben.

Es ist davon auszugehen, dass der dramatischen Rückgang der Population noch extremer ausgefallen wäre, wenn nicht täglich ehrenamtliche Helfer den Tieren, die den Tunnel nicht erreichen können, einsammeln und auf die andere Straßenseite tragen. Allerdings kann das kein Dauerzustand bleiben. Hier sind jetzt Verwaltung und Politik gefragt. Nur ein zweiter Tunnel wird beitragen können, die Population vor dem Totalausfall zu bewahren.

Die folgend aufgeführten Dateien zeigen Dir die Details der Zählung und die Problematik mit der Leiteinrichtung:
- Populationsentwicklung 2018-2020
- Problematik Leiteinrichtung

 


 

Nackt und nass und manchmal quakt´s

Wer kennt sie nicht, diese Verwandlungskünstler: Sowohl im Wasser als auch an Land sind sie zu Hause, und manche machen sich durch lautes Quaken bemerkbar.

Frösche, Kröten und Unken, Molche und Salamander gehören zur faszinierenden Welt der Amphibien, auch Lurche genannt. Insgesamt gibt es 21 heimische Arten.

Vor allem während der Laichzeiten sind die Lurche in Gefahr: Jedes Jahr werden Tausende Kröten und Frösche während ihrer Wanderungen Opfer des Straßenverkehrs.

Aber nicht nur der Verkehr bedroht die Amphibien: Noch problematischer ist die Zerstörung von Lebensräumen und Laichgewässern und die zunehmend eintönige Landschaft. Denn die Lurche können langfristig nur überleben, wenn ihre Lebensräume erhalten bleiben. Der Alpen-Kammmolch und die Rotbauchunke sind unmittelbar vom Aussterben bedroht, mancherorts sogar schon verschwunden. Viele andere Populationen sind bedenklich zurückgegangen. Wie stark die verschiedenen Arten bedroht sind, belegt die Rote Liste.


 

Initiative "Feuersalamander Waldhof"

Das immer wieder überfahrene Feuersalamander auf der Anliegerstraße zwischen Barnstorf und Waldhof zu beklagen sind, verdeutlich leider noch immer jedes Jahr einen Gefährdungsgrund für die hier lebende Population an. Es gibt aber weitere Probleme, die sich negativ auswirken und das schon sehr lange.

Der namenlose Bach mitten im Wald wurde- wie es noch in den 1960 und 1970 Jahren üblich war- durch einen künstlich angelegten Teich angestaut. Allein das bedeutet einen schweren Eingriff in den Lebensraum sommerkalter sauerstoffreicher Quellbach. Der Teich wirkt sich aber auch extrem negativ auf die an die speziellen Lebensbedingungen eines Fließgewässers angepasste Fauna aus. Stellvertretend dafür steht der Feuersalamander. Die Larven werden lebend in kalte und beschattete Quellbäche abgesetzt. So ist auch der Bach bei Waldhof im Frühjahr Kinderstube zahlreicher Feuersalamanderlarven. Hier entwickeln sie sich dann in etwa 3 Monaten zu kleinen Jungsalamandern. Das gelingt jedoch nur, wenn keine Störungen vorliegen. Eine solche stellte sich aber ein durch das Aussetzen von Fischen in den Teich. Es handelt sich u.a. um mittlerweise ausgewachsene bis zu 50 cm lange Goldorfen, eine Zuchtform des Alands, ein beliebter Aquarien- und Gartenteichfisch. Da Goldorfen Allesfresser sind, vertilgen sie natürlich auch die Larven der gesetzlich geschützten Feuersalamander. Die ohnehin unnatürliche Situation durch den künstlichen Teich wird also verschärft durch die eingesetzten Fische und zur Todesfalle für alle hier lebenden Amphibien.

Der BUND wandte sich daher an den Angel-und Gewässerschutzverein Vorsfelde e.V. (AGV).

Am 14. März 2017 fand dann die Abfischaktion statt. Ziel war, den unnatürlichen Fischbesatz umzusiedeln. Stefan Ludwig vom AGV besorgte die notwendige Genehmigung, der BUND informierte das Umweltamt. Von der Landesforst als Eigentümer war Herr Thorsten Späth mit vor Ort.

Mit dieser gelungenen Aktion erhält der kleine Quellbach und die auf ihn angewiesenen Tiere ein Stück Natürlichkeit zurück. Die Erhaltung und Entwicklung naturnaher Biotope mit einer natürlichen ungestörten Artenvielfalt ist nicht zuletzt auch ein wichtiges Ziel der Ausweisung des Barnstorfer Waldes als Naturschutzgebiet.
Initiative "Feuersalamander Waldhof"

Auf der Straße zwischen Barnstorf und Waldhof werden leider immer noch jedes Jahr Feurersalamander überfahren. Ein aus landesweiter Sicht einzigartiger Bestand ist gefährdet.

Hierfür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe:

1. Auf der Anliegerstraße ist der motorisierte Verkehr viel zu hoch.

2. Entgegen allen anderen Amphibien wandern Feuersalamander potentiell - d.h. bei geigneter Witterung - das ganze Jahr über.

Ziel der Initiative ist es, den Feuersalamandern und damit allen weiteren Amphibien, Käfern und sonstigen Tieren, die die Straße queren, einen sicheren Wechsel zu ermöglichen! Die zahlreichen Toten in den letzten Jahren zeigen, dass diese leider (noch!) immer nicht der Falle ist.

Der Idealfall wäre sicherlich, die Straße aufzuheben und nur noch für den landwirtschaftlichen Verkehr freizugeben. Da dies zur Zeit nicht realistisch erscheint, wäre die sicherste Varianten eine beidseitige feste Leiteinrichtung. Aktueller Stand ist, dass im Einvernehmen mit der Stadt noch in diesem Jahr sogenannte intilligente Schranken aufgestellt werden sollen. Diese Maßnahme wird durch die Niedersächssiche Bingo-Umweltstiftung gefördert sowie durch eine Zusage der Stadt Wolfsburg finanziert (Stand November 2019).

Aus unserer Sicht wäre allerdings für alle Seiten eine feste Leiteinrichtung beidseitig der Straße mit zwei Tunneln die ideale Lösung. Wir, die Kreisgruppe Wolfsburg des BUND möchten durch Initiativen und auch Eigenmittel helfen, das Projekt voranzutreiben. Jeder kann mitmachen durch Mitarbeit in der Arbeitsgruppe "Initiative Feuersalamander Barnstorf/Waldhof" oder durch eine Spende. Für Ihre Spende können Sie folgendes erwerben:

Ab einer Spende von 10 EURO erhalten Sie ein Poster der Barnstorfer/Waldhöfer Feuersalamander in den Formaten DIN A 0, DIN A 2 und DIN A 3. Ab einer Spende von 20 EURO können sie ein Memory mit 30 individuellen Portrais der Barnstorfer/Waldhöfer Lurchis erwerben. Diese einmalige Auflage ist auf 100 Exemplaren begenzt.

Die Poster und die Memories erhalten Sie im Naturschutz-Zentrum Wolfsburg während folgender Öffnungszeiten.

Die Initiative "Feuersalamander Waldhof" besteht aus ehrenamtlich Aktiven vor Ort und wird unterstützt von der BUND-Kreisgruppe Wolfsburg.


 

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