Kreisgruppe Wolfsburg

Biotoppflegeeinsätze

BUND Projekt Staudenbeet Detmerode

Erste Stufe 2021

Foto: M. Wenst

Schon seit einigen Jahren rückt der Schutz unserer heimischen Insekten immer mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung. Viele Menschen werden aktiv und bauen z,B. Nisthilfen für Wildbienen oder legen in ihrem Garten insektenfreundliche Blumenwiesen an. Auch die BUND-Kreisgruppe Wolfsburg setzt sich seit vielen Jahren für dieses Thema ein. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Beratung im Naturschutz-Zentrum Wolfsburg z.B. zur Anlage einer insektenfreundlichen Wiese. Der BUND berät auch die Stadt Wolfsburg bei der Planung und Pflege artenreicher Blumenwiesen.

Nun hat der BUND zur Förderung der Insektenvielfalt inmitten der Streuobstwiese Detmerode ein Staudenbeet angelegt. Seit Wochen wurden von Mitgliedern und Interessierten überwiegend heimische Wildstauden gesammelt. Die Gartenbaumschule Lieven steuerte zu einem großen Teil als Spende weitere insektenfreundliche Blumen dazu. Die Stadt Wolfsburg unterstützt dieses Projekt, indem sie die Fläche zur Pflanzung bereitstellt und entsprechend vorbereit hat. Am 13. November 2021 war dann die große Pflanzaktion. Insgesamt 10 Personen machten sich mit Spaß und Elan daran, die zahlreichen Pflanzen in die vorbereitete Fläche zu bringen. Nach etwa 3 Stunden waren dann alle Pflanzen in der Erde. Zum Schluss wurde dann mit Wasser aus dem Detmeroder Teich ordentlich gegossen.

Das Projekt Staudenbeet ist über drei Jahre angelegt. Die erste Teilfläche von ca. 140 m² ist nun fertig. In den kommenden zwei Jahren werden zwei weitere Teilfläche sukzessive hinzukommen. Diese werden dann mit den in der ersten Fläche hoffentlich aufgelaufenen Jungpflanzen und den Samen der Stauden hergerichtet.

Dauerhaftes Ziel ist die Etablierung einer artenreichen Blütenwiese. Bisher wurden solche Flächen über eine Einsaat begründet. Das nun begonnene Projekt verfolgt einen anderen Ansatz, die Anlage einer artenreichen Wiese überwiegend durch Jungpflanzen. Vorteile sind u.a., dass schon im kommenden Jahr der komplette Blütenreichtum da ist. Bekannte nektarreiche Pflanzen werden als ein-bis mehrjährige Stauden eingebracht und sind somit gleich konkurenzfähig. Die Entwicklung der Fläche werden wir genau beobachten und Erkenntnisse über die künftige Pflege sammeln.

 

Pflegebiotop Kalkberg

Entwicklungsgeschichte unserer Einsätze auf dem Kalkberg

Blick in den Kalkberg 2014 vor der Freistellung Blick in den Kalkberg 2014 vor der Freistellung

Zwischen Sülfeld und Ehmen befindet sich inmitten von Ackerflächen der sogenannte Kalkberg. Nach Aufgabe des Kalkabbaues entwickelte sich die Fläche zu einem Wald. Nach Kartierungen von 1983 wuchsen hier ursprünglich Pflanzenarten sogenannter Kalkmagerrasen. Die offenen Bereiche sind aufgrund der zunehmenden Bewaldung inzwischen verschwunden und damit auch die typischen Pflanzen wie Kartäusernelke oder Wiesensalbei.

Nach Freistellung im Winter 2015 Nach Freistellung im Winter 2015

Die Biotopflegegruppe möchte das ändern. Durch regelmäßige Arbeitseinsätze soll wieder ein Kalkmagerrasen entwickelt werden. Als erste Aktion wurden durch die Stadtforst im Winter 2014/2015 auf einem Bereich von etwa 100 m² alle Bäume entfernt.

Diese Fläche wird seitdem mindestens einmal im Jahr gepflegt (zumeist Herbst bis Februar) . In den kommenden Jahren besteht die Arbeit überwiegend aus dem Beseitigen von Jungwuchs der umstehend wachsenenden Bäume und Sträucher wie Roter Hartriegel, Kreuzdorn und Pflaume sowie Mähen der Freiflächen.

Verbrennung des Holzmaterials

Im Winter 2014/2015 wurde das Kronenmaterial der abgesägten Bäume vor Ort verbrannt. Nun konnte die Fläche weiterbearbeitet werden.

Der erste Einsatz der Biotoppflegegruppe im Oktober 2015

Die inzwischen reaktivierte Biotopschutzgruppe führte dann im Oktober 2015 ihren ersten Arbeitseinsatz durch.

Auf der Fläche waren  nur geringfügig Jungwuchs von Roter Hartriegel und Kreuzdorn aufgelaufen. Dieser Jungwuchs wurde weitesgehend ausgegraben.

Nach einigen Stunden Arbeit gab es Kaffe und Kuchen.

Der zweite Einsatz im März 2016

Im März 2016 erfolgte der zweite Arbeitseinsatz. Auffällig war, das auch im zweiten Jahr nach der Freistellung die freigestellte Fläche nur geringfügig von Jungwuchs bewachsen war.

Dafür waren große Bereiche der Fläche mit einer deutlichen Mossschicht bedeckt.

Großer Einsatz zusammen mit VW-Mitarbeitern!

Triebe des Roten Hartriegels werden ausgestochen Triebe des Roten Hartriegels werden ausgestochen

Mitarbeiter der Initiative Pro Ehrenamt von Volkswagen arbeiteten gemeinsam mit Mitgliedern des BUND bei strahlendem Sonnenschein am letzten Samstag im März 2017 ausnahmsweise mal nicht im Büro sondern im Steinbruch. Keine Strafarbeit sondern ein ehrenamtlicher Einsatz, bei dem eine für den Naturschutz wertvolle Fläche wieder hergerichtet werden soll. Damit die Fläche eine Chance hat, sich zu einem Magerrasen zu entwickeln, wurden hunderte  Austriebe des Roten Hartriegels entfernt.

Arbeitseinsätze 2019

Nach dem 2018 keine Einsätze stattfanden, war die Fläche vollkommen zugewachsen

Nachdem 2018 keine Arbeitseinsätze erfolgten, war bei der ersten Inspektion der Fläche 2019 die Überraschung groß: durch massenhaftes Aufkommen von Baumjungwuchs bzw. Wurzelaustrieb war die freigestellte Fläche wieder erheblich zugewachsen. Dies zeigte uns in beeindruckender Weise, dass man bei so einem Vorhaben wirklich "am Ball" bleiben muss. Das Ziel ist ja nach wie vor die Schaffung und die Entwicklung eines Magerrasens!

Der erste Einsatz im Februar 2019

Mühselig per Hand wurden die einjährigen Triebe entfernt Mühselig per Hand mussten die einjährigen Triebe entfernt werden

Der erste Arbeitseinsatz 2019 bestand also darin, die unzähligen Triebe von Hartriegel, Weißdorn und co. zu entfernen.

Es war so viel zu schneiden, dass wir nicht ganz fertig geworden sind. Eventuell erfolgt noch einmal ein weiterer Einsatz. Im Spätsommer/Herbst sollte der Bereich auf jeden Fall mit einem Freischneider bearbeitet werden.

Der zweite Einsatz im Mai 2019

Die im Februar freigestellte Fläche vor dem Mähen Die im Februar freigestellte Fläche vor der Mahd

 

Weil doch so viel zu tun war, haben wir uns dazu entschlossen, noch einen Arbeitseinsatz im Mai zu machen. Es wurde nur die Fläche gemäht, die im Februar wieder freigestellt wurde.

Freifläche nach der Mahd

 

Die Mahd war so früh erforderlich, weil schon wieder die ersten Stockausschläge austrieben und auf der Fläche grundsätzlich noch zu viele Störarten bzw. nitrophiele Arten wuchsen.

Der dritte Einsatz Oktober 2019

In den Randbereichen ist schon wieder viele Jungwuchs von Gehölzen nachgeschossen

 

Im Oktober waren wieder umfangreiche Entkusselungsarbeiten erforderlich, vor allem entlang der Randbereiche. Hier war schon wieder sehr viel Jungwuchs von Weißdorn, Hartriegel und Pflaumen in die Fläche gewachsen.

Die Randbereiche werden weiter entkusselt

 

 

 

Vor allem die hier noch am Rande der friegestellten Fläche stehenden Pflaumenbäume wachsen sehr stark aus den Wurzelstöcken und müssen vermutlich über Jahre immer wieder entfernt werden.

Der zu bearbeitende Randbereich ist groß

Der vierte Einsatz im November 2019

Weidenschnitt an der Mühlenriede Februar 2017

Am Samstag den 18. Februar wurden bei einem gemeinsamen Arbeitseinsatz von der Mörser Initiative "Unser Dorf hat Zukunft" und der wolfsburger BUND-Kreisgruppe entlang der alten Mühlenriede die Kopfweiden zurückgeschnitten. Die Pflegemaßnahme, die alle fünf Jahre wiederholt wird, hat den Sinn, dass die Weiden nicht auseinander brechen. Über viele Jahre bilden die Weiden eine besondere Wuchsform, weshalb man sie Kopfweiden nennt. Entlang von Gewässen sind sie ein landschaftsprägendes Element. Für den Naturschutz haben sie eine besondere Bedeutung weil sie zahlreichen Tierarten Unterschlupf bieten. Das Holzschnitt findet als Brennholz Verwendung, kann auch für Flechtzäune genutzt werden.