Kreisgruppe Wolfsburg

Sanfter Schnitt von Hecken und Sträuchern

Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.

Sie haben vor, eine Hecke oder einzelne Sträucher zu schneiden?
Hier haben wir ein paar Tipps:

1. Machen Sie sich ein Bild:
Wie sind die Pflanzen gewachsen (viel oder wenig Austrieb)? Sind Krankheiten aufgetreten? Haben die Wurzeln genügend Platz und lockeren Boden zum Wachsen? Dominiert eine Pflanze in der Hecke?
Ist Totholz vorhanden? Dieses kann (je nach Sicherheit) in der Hecke verbleiben, um Käfern und anderen Insekten ein ideales Zuhause zu bieten. Sind Vogelnester vorhanden? Diese können entfernt werden, weil sich die Vögel jedes Jahr ein neues Nest bauen.

2. Das richtige Werkzeug:
Scharfe und gute Werkzeuge schonen ihre Gelenke - und auch die Pflanzen!
Grundregel: Möglichst wenig schneiden und die Wunden an Ästen möglichst klein halten. Einen gut durchgeführten Schnitt sieht man der Pflanze nicht an. Einen unsachgemäßen Schnitt sieht man auch noch nach Jahren (u.a. an absterbenden Aststümpfen).

3. Jetzt kann der Schnitt beginnen:
Ganz wichtig: Die Triebspitzen werden nicht abgeschnitten (siehe Bild oben links, hier wurde die Triebspitze gekappt), sondern es wird auf einen anderen jüngeren Ast abgeleitet. Wenn die Triebspitzen abgeschnitten werden, entsteht ein Aststumpf und viele kleine Äste treiben aus (Quirle). Überalterte Zweige können bodennah entfernt werden. Die aufrechtstehenden Jungtriebe läßt man stehen.

Ziel ist es, eine gut belichtete und durchlüftete Gestalt von Hecke oder Strauch zu erreichen.

Bei frühblühenden Sträuchern bietet es sich an, alternierend (abwechselnd) zu schneiden. Falls nur ein einziger solcher Strauch in der Hecke vorhanden ist, diesen auch nur hälftig beschneiden. So bleibt das Angebot an Pollen und Nektar für Hummeln und andere Wildbienen wenigstens zum Teil erhalten.

4. Die sinnvolle Verwendung des Schnittgutes:
Je nach Menge des Schnittgutes empfiehlt es sich, dieses zu lagern. Ein Reisighaufen in einer Gartenecke bietet einen idealen Unterschlupf für Insekten wie z.B. Käfer, sowie für Igel, Eidechsen, Blindschleichen und sogar Ringelnattern. Auf das Häckseln von Schnittgut sollte nur zurückgegriffen werden, wenn es für einen Reisighaufen zu viel ist. Das gehäckselte Schnittgut wird unter die Sträucher gebracht und dient dort als wertvoller Energiespender für die Pflanzen.

5. Belohnung:
Nach vollbrachter Arbeit empfiehlt es sich, sein Werk z.B. mit einer Tasse Kaffee oder Tee zu belohnen ;-)

Bitte beachten Sie, dass ein Heckenschnitt nur zwischen dem 01.10. und 28.02. erlaubt ist.
Grund: Viele Vogelarten beginnen im März mit dem Nestbau und brüten - je nach Art - bis weit in den Spätsommer hinein.