Kreisgruppe Wolfsburg

Rettungsaktion für Graureiher-Kolonie in Wolfsburg

Foto: BUND/NABU Wolfsburg

Auf der Insel im Neuen Teich in der Nordstadt von Wolfsburg lassen sich zur Vogelbrutzeit neben Kormoranen auch viele Graureiher in den Baumwipfeln beim Brüten und Aufziehen ihrer Jungen beobachten. Selten ist dies so gut möglich wie hier. Wären da nicht die aus Nordamerika eingeschleppten Waschbären, könnte die Brutkolonie der Graureiher ungestört für Nachwuchs sorgen. Waschbären gehören zu den Allesfressern. Da sie hervorragende Schwimmer und Kletterer sind, gehören auch Vögel und deren Gelege zu ihrem Nahrungsspektrum.

Bereits im Jahr 2012 haben Waschbären Graureiher aus den Brutbäumen der Insel erbeutet. Eine nachhaltige Bejagung der Tiere ist nicht immer einfach oder überhaupt möglich. Um die Brutkolonie zu schützen wurden damals bereits für Waschbären unüberwindbare Rollglasmanschetten am Stamm der Brutbäume installiert. Die kommenden Jahre verliefen ruhig und die Kolonie breitete sich erfolgreich auf weitere Brutbäume aus.

Im vergangenen Jahr wurde die BUND Kreisgruppe Wolfsburg von engagierten Bürgern darüber informiert, dass erneut Waschbären auf Beutezug in den Baumkronen beobachtet wurden. Die mehr als 120 Tiere zählende Reiher-Brutkolonie wurde dabei fast vollständig vernichtet. Eine Begehung vor Ort zur Ermittlung der Ursachen zeigte, dass viele Baumkronen dicht ineinander gewachsen oder Bäume durch Wind in Schräglage geraten sind. Damit war klar, dass die Waschbären nicht nur zu Nestern neuer Brutbäumen, sondern auch zu Nestern bereits ummantelter Bäume Zugang hatten, indem sie über die ungeschützten und sehr schiefstehende Bäume in die Kronen gelangt sind. Eine Auszählung ergab, dass mehr als 80 neue Manschetten erforderlich sind, um die Brutkolonie zu schützen.

Die katastrophale Problematik wurde in intensiven Gesprächen durch die BUND Kreisgruppe an die Stadt Wolfsburg und an die lokale Politik mit dem dringenden Hilferuf adressiert, umgehend Maßnahmen zum Schutz der letzten Reiher zu ergreifen. Gemeinsam mit kräftiger Unterstützung des NABU Wolfsburg konnte erreicht werden, dass in einer gemeinsamen Aktion mit Umweltamt, Grünflächenamt, Wolfsburger Entwässerungsbetriebe sowie Mitgliedern des BUND und NABU alle erforderlichen Bäume mit Rollglasmanschetten ummantelt wurden. Hierzu waren aufwendige Arbeitseinsätze an mehreren Tagen notwendig.

Die BUND Kreisgruppe Wolfsburg bedankt sich bei allen Akteurinnen und Akteuren für die sehr gute Zusammenarbeit, die es ermöglicht hat, die Chance auf das Überleben der Reiher-Kolonie in der Stadt Wolfsburg zu wahren.
Dank auch an  den Baumarkt Hornbach in Wolfsburg, der sich an der Rettungsaktion mit einer Materialspenden beteiligt hat.

Ab März lädt dann auch hoffentlich dieses Jahr der neue Teich die Bürgerinnen und Bürger wieder ein, sich am Brutgeschäft dieser imposanten Vogelart zu erfreuen.