Teufelsabbiss in einer Wiese im Gewerbegebiet

Kartierungsinitiative ist gestartet

April 2018

Im vergangenen Jahr hat der BUND eine Kartierungsinitiative gestartet. Die Aktion soll in diesem Jahr fortgesetzt werden. Jeder kann sich daran beteiligen. Entweder mit eigenen Kartierungen oder einfach mit der Meldung seltener Pflanzen im Naturschutz-Zentrum.

Bei der Kartierung werden die Standorte von Pflanzenarten der Roten Liste und der gesetzlich geschützten Pflanzen erfasst. Die erhobenen Daten sollen möglichst hohen Nutzen bringen. So werden sie dem Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) gemeldet und ebenso der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Wolfsburg gemeldet..

Ziel der Kartierung besteht darin, sensible Standorte durch fundierte Daten zu erkennen und somit einem wirkungsvollen Schutz zu unterziehen. Mehr dazu im unten folgenden Artikel.

Kartierung von Rote-Liste-Arten

In Wolfsburg fallen immer mehr naturnahe Flächen dem Straßen- und Wohnungsbau zum Opfer. Aber auch intensive Forst- und Landwirtschaft und nicht zuletzt das Freizeitverhalten der Stadtbevölkerung gefährden wertvolle naturnahe Bestände.

Durch systematische Kartierung von Pflanzenarten der Roten Liste sollen Daten erhoben werden, die es erlauben, notwendige Schutzmaßnahmen einzuleiten. Die Daten werden nach der Systematik des Pflanzenarten-Erfassungsprogramms des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasser-, Küsten- und Naturschutz) erhoben und der Landesbehörde zur Verfügung gestellt. Bei Planungsvorhaben können die Daten dort von Gutachtern und Kommunalverwaltungen abgerufen werden.

An den Kartierungsarbeiten können sich alle beteiligen, die Erfahrung in der Anwendung von Bestimmungsliteratur haben. Denn die Arten müssen zweifelsfrei benannt werden.

Wiesen-Glockenblume bei Vorsfelde
Knöllchen-Steinbrech bei Neuhaus

Kartierungsinitiative mit ersten Ergebnissen

Oktober 2017

Schon beim ersten Ausflug im Frühjahr auf den Windmühlenberg konnten rings um den Hochwasserbehälter in Nordsteimke größere Bestände der geschützten Wiesen-Primel erschlossen werden.

In diesem Jahr hat sich gezeigt, dass der Knöllchen-Steinbrech in Wolfsburg an mehreren Standorten, vor allem im Hasselbachtal, zu finden ist. Eine Meldung eines Bürgers hat zu einer überraschenden Entdeckung geführt. So konnte der zur Zeit in Wolfsburg größte Bestand von Knöllchen-Steinbrech (Saxifraga granulata) bei Neuhaus erfasst werden. Über 50.000 Pflanzen blühten bis Ende Mai auf einer Wiesenfläche von knapp über 600 m² unmittelbar angrenzend an einem Parkplatz.

Überraschend auch der Fund von Bauernsenf (Teesdalia nudicaulis) an einem Wiesenrand nahe dem Windmühlenberg, wo man ihn als kalkmeidende Pflanze nicht vermutet hätte.

Die Wiesen-Glockenblume (Campanula patula), ebenfalls eine Art der Roten-Liste, wure im Juli auf einer sandigen, ehemaligen Ackerfläche östlich von Vorsfelde kartiert.

Jeder kann an der Erfassung mitwirken. Sollten Sie auf Ihren Spaziergängen seltene Pflanzen entdecken, melden Sie Ihren Fund beim Naturschutz-Zentrum