BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Umweltpolitik und unsere Positionen

Zu allen Projekten der Stadt, bei denen Eingriffe in die Natur und Umwelt erfolgen, gibt der BUND Wolfsburg seine Stellungnahme ab. Wichtige Aspekte sind z. B. Bodenversiegelung, Energie und Verkehr sowie Kompensationsmaßnahmen für zersörte Natur.

Im folgenden finden sie unsere Positionen zu einigen Sachverhalten.

 

 

Kompensationsmaßnahmen

Schwerpunkte für Kompensationsmaßnahmen, die wertvolle Flächen vernetzen.

Zum Beispiel:

Ideal wären größere Flächen, die zugleich vernetzend wirken, wie etwa Einzugsbereiche der Wolfsburger Gewässer, Auenlandschaften.

Solche Flächen müssen schon im Vorfeld gesichert werden, vergleichbar mit künftigen Bebauungsflächen. Dafür kann der seit 2008 existierende Flächenrahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft (Naturraumentwicklungskonzept) als Flächenpool für Ausgleichsmaßnahmen gute Dienste leisten, denn er berücksichtigt die o.g. Schwerpunkte bereits.

 

weitere Beispiele:

Zu prüfen ist auch,

Wenn Flächenerwerb durch Kauf nicht möglich ist, sollte Flächentausch seitens der Stadt angeboten werden.Selbstverständlich müssen die Kompensationsmaßnahmen mit den Vorgaben des Flächen-nutzungsplans im Einklang stehen.

BUND KG Wolfsburg

Baugebiete - Neues Bauen in der Grünen Stadt

Die Abnahme der Bevölkerung in der Wolfsburger Innenstadt ist besorgniserregend. Die Innenstadt hat in den letzten Jahrzehnten über ein Drittel (ca. 20.000) ihrer Einwohner verloren, obwohl alle Wohnungen belegt sind und eine große Nachfrage besteht. Die meisten öffentlichen Versorgungseinrichtungen, wie Schulen, Büchereien, Geschäfte usw., befinden sich in der Innenstadt und drohen durch diesen Bevölkerungsschwund zu verweisen.

Durch die vielen neuen Baugebiete in den äußeren Ortsteilen wird zwar dem Rückgang der Bevölkerung entgegengewirkt. Es erhöht sich dadurch jedoch drastisch die benötigte Verkehrsfläche und das Kanalnetz, was zu verstärkten Verkehrsproblemen und höheren Gebühren für die Wolfsburger Bürger führt.

Wir akzeptieren deshalb eine sinnvolle Innenstadtverdichtung zur Steigerung der Wolfsburger Urbanität, sofern dies ökologisch vertretbar ist.

Verkehrskonzepte - Verkehr im Bahnhofsbereich (ZOB)

Da die Wege vom Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) zum Wolfsburger Bahnhof besonders für ältere Bürger und Leute mit Gepäck zu lange sind und vor allen Dingen keine Sichtbeziehung zwischen diesen beiden Punkten besteht, muss dafür gesorgt werden, dass die Hauptbuslinien der Wolfsburger Verkehrsbetriebe (WVG) direkt bis zum Bahnhof fahren. Hierfür sind in der Nähe des Bahnhofs neue Bussteige zu schaffen.

Der Bahnhofsbereich ist mit einem Leitsystem für alle und besonders für behinderte Mitbürger zu versehen. Für Leute, die mit dem Auto zur Bahn gebracht oder abgeholt werden, müssen günstig gelegene und gut ausgeschilderte Kurzzeitparkmöglichkeiten geschaffen werden.

Die Situation der Taxen in Wartestellung ist so zu verbessern, dass diese nicht mehr auf der Diagonalstraße drehen müssen, um in die Abfahrposition zu gelangen.

Der BUND fordert von der Politik und der Verwaltung, dass am Bahnhof endlich Möglichkeiten zur Verknüpfung aller dort vorhandenen Verkehre geschaffen werden, bevor die letzte Möglichkeit im Bahnhofsbereich verbaut wird.


Verkehrskonzepte - Umfahrungsstraße Vorsfelde B188

Im derzeit gültigen Bundesverkehrswegeplan von 2003 ist unter der laufenden Nr.253 (BVWP Nr.ST6003) die Ortsumfahrung Vorsfelde der B 188 als neues Vorhaben, mit festgestelltem hohem ökologischem Risiko, in den weiteren Bedarf eingestuft worden.

Die planfestgestellte Trasse verläuft direkt neben dem FFH und Vogelschutzgebiet Drömling und wird darum erhebliche negative Auswirkungen auf dieses Gebiet haben. Die ökologischen Risiken sind ausführlich in den Unterlagen zur FFH Verträglichkeit (aus 2002) dargestellt. Besonders die Trittsteinfunktion zwischen dem FFH Gebiet Drömling und dem Naturschutzgebiet Kötherwiesen im Allerpark und weiter zum Barnbruch werden stark beeinträchtigt. Die neue Trasse führt zu einer noch stärkeren Verengung des Korridors zwischen diesen Gebieten.

Durch die Brückenbauten über den Mittellandkanal und die Aller wird die nur 2,3 Km lange Strecke 7,4 Millionen € kosten (Stand 2002) Die Trasse ist keine wirkliche Umfahrungsstraße, denn sie wird Nordvorsfelde und Südvorsfelde stark von einander trennen. Die Verkehrsbelastung des Stadtteils bleibt also gleich. Da die neue Trasse, als fünfte Straße, ebenfalls auf dem Feuerwachenknoten endet, wird es noch schwieriger hier den Verkehr zu lenken.

Das Landschaftsbild wird durch das meterhohe Straßenbauwerk, mit hohen Lärmschutzwänden auf beiden Seiten der Trasse, nachhaltig zerstört. Besonders schädlich ist dies auch für die Naherholung der Vorsfelder Bürger. Der Weg am Steekgraben der heute von Bürgern sehr stark für die Naherholung genutzt wird, verliert seine Funktion für diesen Zweck.

Um die Bürger des südlichen Vorsfelde schnell vom Straßenlärm zu entlasten, die großen ökologischen Risiken zu vermeiden, das Landschaftsbild nicht zu zerstören, und um Kosten zu sparen, schlägt der BUND, zusammen mit anderen Wolfsburger Naturschutzverbänden, folgende Lösung vor:

1. An der jetzigen B 188 in der Helmstedter Straße werden auf beiden Seiten durch das  Wohngebiet Lärmschutzwände installiert.

2. Der Straßenknoten B188 Helmstedter Straße –L 290 Neuhäuser Straße wird optimiert. Eine bedarfsgerechte Ampelschaltung muss hier vorgesehen werden.

3. Der Straßenknoten B188 Helmstedter Straße - L290 An der Meine bei der Feuerwache Vorsfelde wird ebenfalls durch Umbau verbessert und optimiert.

4. Der nach und vom Süden Wolfsburgs kommenden Verkehr wird über die Marie Curie Allee, zur Dieselstraße und Reislinger Straße geführt. Hierfür ist die Abzweigung von der B 188 zur Marie Curie Allee zu verbessern. Durch diese Umlenkung des Verkehrs zum und vom Süden wird nicht nur Vorsfelde, sondern auch die stark befahrene Berliner Brücke und der Schlossknoten, entlastet.

Im Zeichen der Finanzkrise ist es unverantwortlich an der teuren und ökologisch nicht vertretbaren Trasse am Drömling festzuhalten. Die vom BUND vorgeschlagenen Maßnahmen können wesentlich schneller und preiswerter realisiert werden.


Verkehrskonzepte - Regionalbahn

Nachdem der Ausbau einer RegioStadtBahn im Verbandsgebiet Großraum Braunschweig zurückgestellt wurde, soll jetzt das Regionalbahn Konzept 2014+ für das Verbandsgebiet verwirklicht werden. Für Wolfsburg werden vom BUND die folgenden Verbesserungen gefordert.

1. Die Strecke Braunschweig - Wolfsburg (KSB 301) muss zweigleisig ausgebaut werden. Dies ist nicht nur nötig, um einen besseren Nahverkehr abzuwickeln. Laut Aussage des Bundesministeriums für Verkehr (BMVBS) wird der Güterverkehr bis zum Jahr 2025 um 70% zunehmen. Das wird dann auch in unserer Region der Fall sein, und es wird auf der eingleisigen Strecke zu Engpässen kommen. Die großen Städte der Region sollten zusammen mit dem Zweckverband, dem VW Werk und dem Land Niedersachsen dafür sorgen, dass die Strecke schnellstens zweigleisig ausgebaut wird.

2. Die Bahn (KSB 301) muss zwischen Braunschweig und Wolfsburg in einem 1/2 Stundentakt verkehren. Bessere Anschlüsse in den Harz nach Goslar, Bad Harzburg und Salzgitter müssen in Braunschweig gesichert werden.

3. Die Regionalbahn Wolfsburg - Braunschweig muss mit neuen Haltepunkten in Wolfsburg versehen werden. Es muss aber geprüft werden, ob alle 6 bisher vorgeschlagenen Haltepunkte, Sülfeld, Mobile Life Campus, Forum Autovision, VW Tor 6, Allerpark und Vorsfelde  sinnvoll sind. Dies gilt auch für die außerhalb Wolfsburgs liegenden Haltepunkte Lehre, Klein Brunsrode, Danndorf und Velpke.

Jeder Halt führt zu einer Fahrzeitverlängerung und kann damit eine Verbindung unattraktiv machen.

4. Es sollte ein Direktzug Gifhorn Stadt Wolfsburg Oebisfelde eingeführt werden.

5. Um einen besseren Anschluss Wolfsburgs an den Nordkreis Gifhorn zu erreichen, muss die Strecke Gifhorn - Wittingen - Uelzen ausgebaut werden.

Durchgehende Verbindungen von Wolfsburg bis Uelzen sind nötig.


Quelle: http://wolfsburg.bund.net/themen_projekte/umweltpolitik/