Kleider machen Leute - Mikroplastik aus unserer Bekleidung in der Oker nachgewiesen


Sie schützen uns seit Jahrtausenden vor Wettereinflüssen, kleiden uns modisch und bringen unsere Haltung und Werte zum Ausdruck.

Neue Zeiten, neue Textilfasern.
Kennen Sie die Bezeichnung derjenigen Fasern aus synthetischen Verbindungen?
Hier die Auflösung: Acryl, Aramid, Elastan, Polyamid, Polyester, Polyethylen Polyimid und Polypropylen.
Halbsynthetische Fasern sind diese: Lyocell, Viskose, Modal, Cupro, Triacetat, Elastodiene, Acetat und Alginat.

Von der Waschmaschine ins Meer:
Durch Abrieb und Ausfall werden Fasern aus Textilien in das Abwasser abgegeben und gelangen dann zu den Kläranlagen. Geschätzt wird, dass abhängig von der Textilart bis zu 3.000 Fasern pro Waschgang freigesetzt werden.
Zwei junge Frauen der Technischen Universität Braunschweig haben in ihrer Masterarbeit u.a. die Belastung mit Kunstfasern in der Oker untersucht.
Das Ergebnis ist eindeutig: die Fasern sind hier im Fließgewässer und im Sediment nachweisbar.
Bislang wurde noch keine Methode entwickelt, um die Kläranlagen umzurüsten.
Und ein Grenzwert fehlt ebenso.
Darüber hinaus sind Küstengewässer stärker belastet als das offene Meer.
Dies weist darauf hin, dass synthetische Fasern überwiegend landbasierten Ursprung haben.
Wann gelangen diese kleinsten Faseranteile in unser Trinkwasser?
Wann trinken wir Mikroplastik?
Bitte lesen Sie auch den Kommentar: BUND kritisiert WHO-Studie zu Mikroplastik in Trinkwasser

Eine Challenge vor Weihnachten für Sie, liebe Leserinnen und Leser!
Gelingt Ihnen der Einkauf von Naturfasern für einen Monat lang?
(Naturfasern sind: Baumwolle, Wolle, Seide, Leinen, Hanf und Jute)
Wie lange können Sie auf halbsynthetische und synthetische Fasern verzichten?
Liegt unter Ihrem Weihnachtsbaum ein Waschbeutel gegen Mikroplastik?

Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit, wir freuen uns auf Ihre Anregungen und Hinweise.