Herr Brandes mit den Junior-Rangern

Für die 11 Kinder las Almut Stein zu Beginn eine Geschichte „Reinecke trifft kleinen Fuchs“. Gemeint war der Schmetterling „Kleiner Fuchs“. So wie ein Mensch namens Müller oder Schneider ja kein Müller oder Schneider ist, so bedeutet der Name „Kleiner Fuchs“ auch nicht, dass es sich wirklich um einen Fuchs handelt.

Heute hatten alle Kinder ihren selbst gebauten „Schmetterlings-Zuchtkasten“ mitgebracht, sollten doch heute Raupen vom „Kleinen Fuchs“ verteilt werden.


Das Wichtigste bei der Schmetterlingszucht ist die richtige Ernährung der Raupen: Einige Schmetterlingsarten mögen nur Brennnesselblätter, andere die Blätter der „Wilden Möhre“ oder des Wiesenschaumkrautes. Daher galt es zuerst, ein paar Blumen kennenzulernen. Auf der Wiese vor dem VW-Bad fanden die Juniorranger Löwenzahn, dessen Blätter wie Zähne gezackt sind, und „Hahnenfuß“, eine gelbe Blume, deren Blätter an einen Hahnenfuß erinnern. An weiß blühenden Arten gab es die nach Knoblauch riechende „Knoblauchrauke“ und das „Wiesenschaumkraut“. Beide werden gern von der Raupe des Aurorafalters gefressen.


Geschützt durch Gartenhandschuhe wurden nun als Nahrung für die Raupen des „Kleinen Fuchses“ Brennnesseln geschnitten. Damit man sie nicht mit den ähnlichen „Taubnesseln“ verwechselt, wurden die Unterschiede aufmerksam festgestellt:

Die Taubnesseln haben rot-gefleckte Blüten (= Gefleckte Taubnessel) oder gelbe (Goldnessel) oder weiße Blüten (Weiße Taubnessel). Es gibt auch noch die „Rote Taubnessel“ mit kleinen roten, nicht gefleckten Lippen-Blüten. („Die Blüte sieht aus wie ein Mund. Dann hat sie auch eine Oberlippe und eine Unterlippe!“)

Aber was tun, wenn die Taubnesseln verblüht sind? Dann ist der vierkantige Stängel ein gutes Unterscheidungsmerkmal!


Auf dem Weg durch den Wald wurde ein Specht beobachtet, der nach Knoblauch riechende „Bärlauch“ betrachtet und für Blumenspezialisten gab es auch noch zwei weitere „Lippenblütler“ kennenzulernen: Gundermann (violett) und Günzel (blau).

Wieder am VW-Bad angekommen, wurden nun endlich die Schmetterlingsraupen verteilt. Jeder bekam fünf Stück. Der Schmetterlingsfachmann, Herr Brandes, hatte alle Raupen gesammelt und sie in Fünfergruppen mit einem kleinen Nahrungsvorrat sorgfältig verpackt. Er erklärte die wichtigsten Vorbereitungen:


1. Zuchtkasten mit Zeitungspapier auslegen und dieses alle zwei Tage wechseln.

2. In Glas- oder Plastikbehälter mit engem Hals 3-4 frische (!) Brennnesselstauden ins Wasser stellen.

3. Lücken zwischen den Stängeln mit Watte verschließen, damit die Raupen nicht ins Wasser fallen können.

4. Mit einem Pinsel die Raupen vorsichtig auf die Brennnesselblätter setzen. Das erfordert Geduld.

5. Zuchtkasten im Haus, nie in der Sonne aufstellen!

6. Alle 2-3 Tage bis zur Verpuppung frische Brennnesselstauden dicht neben den Behälter mit den abgefressenen Blättern stellen. Die Raupen wandern dann von den abgefressenen Brennnesselpflanzen auf die frischen Pflanzen. Alte Pflanzen entfernen.

7. Täglich beobachten, was sich verändert hat. (Fotos? Kleine Beschreibung, Zeichnungen?)


Herrn Brandes gebührt ein herzlicher Dank für seine tolle Vorbereitung und die gute Einführung. Nun können sie kommen: Die „Kleinen Füchse“.



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