Junior-Ranger auf der Suche nach Baumrätseln

„Poch, poch, poch! Poch, poch, poch! Poch, poch, poch!

Leise klopfte es, leise, ganz leise, kaum zu hören! Wer sollte das Klopfen hören?

Richtig, es ist das kleine Lebewesen, das von dem schützenden Knospenmantel umhüllt ist. Das kleine Lebewesen ist ein Mini- Mini-Blättchen. Zusammengefaltet ist es, so dass es in der Knospenhülle Platz hat.

Und – wer pocht denn da?

Wenn es draußen klopft, möchte man, dass sich eine Tür öffnet. Die Tür, das wird die Knospenhülle sein. Und der Anklopfer, das wird ein Sonnenstrahl sein, ein Sonnenstrahl, der das Blättchen herauslocken will. Und so beginnt das Leben des Holunderblattes in Freiheit. Langsam dehnt es sich, macht sich in seinem engen Raum breiter und breiter und versucht, die Knospenhülle aufzubrechen. Langsam schiebt es sich heraus und wird von dem Sonnenstrahl empfangen. „Oh!“ ruft das Blatt, „Oh! Ich liebe diese letzte Winterkälte, die von Tag zu Tag schwächer wird und recht bald dem Frühling Platz machen muss.“ Man sollte es nicht glauben, aber auch die doch noch ziemlich kalten Nächte hielt unser zartes Blättchen aus. Im kalten Winterwind schien es zu zittern, aber nein, auch das wird man kaum glauben. Das war die pure Freude, Freude darüber, sich auszubreiten und fröhlich in die Welt zu schauen.

Sehr bald entdeckte unser Holunderblättchen, dass es nicht allein war, sondern oben und unten, rechts und links weitere Blättchen wuchsen. Na ,da werden sich alle in der Blättersprache viel zu erzählen haben, denn der Winter in der Knospe war lang und viel erlebt haben sie alle- in ihren tausend Winterträumen.“


Mit dieser kleinen Geschichte führte Almut Stein die Kinder in das Thema „Knospen im Frühling“ ein.

„Ich bin der Baum mit den dicksten dunkelbraunen Knospen. Sie stehen gegenständig. Vorsicht! Ich bin klebrig! Wie heiße ich?“ Lösung: Kastanie. Dies war eines der vier Baum-Rätsel für diejenigen Kinder, die erstmals lernten, Bäume an Hand der Knospen zu erkennen. Für die Fortgeschrittenen hörte sich das u.a. so an: „Meine Knospen stehen nicht direkt am Zweig, sondern sitzen auf kleinen Stielchen. Diese sind wechselständig. Sie haben eine wunderschöne violette Farbe. Welcher Baum bin ich?“ (Lösung: Erle) Die Kinder lernten, mit einem sogenannten „binären“ Bestimmungsschlüssel umzugehen und konnten am Ende die Knospen von 4- 8 Baumarten unterscheiden.


Zwischendurch erregte ein Eichhörnchen ihre Aufmerksamkeit, das offensichtlich seine Winterruhe unterbrochen hatte. Die Kinder befestigten Zweige auf Karton und erstellten Zweigabdrücke mit Knete, die eine Mutter hergestellt hatte. (Siehe Foto)


Auf einem Waldspaziergang wurde das erworbene Wissen angewendet. Während die eine Gruppe auf der Ostseite des Frauenteiches nach Kastanie, Rotbuche, Eiche und Esche suchte, verfolgte die andere Gruppe auf der Westseite des Teiches einen gekennzeichneten Parcours mit Erle, Weide, Linde und Ahorn.



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