Das Geheimnis der Heckenrose

Warum Hecken auch für ruhigen Schlaf sorgen können, verrät Dr. Christoph Stein vom BUND Kreisgruppe Wolfsburg.

Artikel der Wolfsburger Nachrichten (WN) vom 18.11.2008.


Bunter Heckenherbst: Nahrhafte und giftige Heckenfrüchte

Dr. Christoph Stein

Die Hecke verfärbt ihre Blätter. Neben dem Blattgrün tauchen jetzt gelbe und rote Blattfarben auf: Rot leuchten die Blätter des „Roten Hartriegels“ und des Pfaffenhütchens, gelb die Blätter der Kornelkirsche und Schlehe, gelbbraun die Blätter des Weißdorns und Schwarzdorns. Die nun überall reifenden Früchte fügen weitere Farben hinzu: Zwischen den spitzen Dornen des Schwarzdorns stehen die kirschgroßen dunkelblauen Früchte der Schlehen. Mit den ersten Nachtfrösten verlieren sie ihre herbe Säure und werden genießbar.

In der Sonne leuchten die Hagebutten, die Früchte der Heckenrose, aus denen man leckere Marmelade herstellt. In den Büschen des dornigen Weißdorns erkennt man seine linsengroßen roten Früchte, die ausgesprochen mehlig schmecken.
In den niedrigen Brombeerhecken locken jetzt die reifen schwarzen Brombeeren zur Ernte für die Brombeermarmelade. Doch diese wehrhaften Heckensträucher machen die Ernte mühsam.

Wehren sich Heckenrose, Schwarz- und Weißdorn sowie Brombeerranken mit ihren Stacheln und Dornen gegen das Ernten der Früchte, so macht es der schwarze Holunder recht leicht. Die großen Dolden tragen zuerst grüne, dann viele kleine, schwarze Beeren, deren dunkle Farbe ihre Reife bekundet. Aus ihnen gewinnt man den dunkelblauen Holundersaft.

Seltener findet man die 2 cm großen gelbroten Kirschen der Kornelkirsche. Diese hängen häufig im Zweierpack an den Zweigen, schmecken säuerlich und nehmen erst nach dem Abfallen am Boden ihren süßlichen Geschmack an. Im gelbgrünen Laub des Hasel-Strauches sind die Haselnüsse kaum zu sehen. Unter den Haselbüschen findet man jetzt die Schalenreste aufgebrochener gelblicher Haselnüsse. Die Eichhörnchen haben nicht gewartet, bis die Nüsse reif und braun wurden.

Einen einmaligen, ja unverwechselbaren Farbton zeigen die giftigen Früchte des „Pfaffenkäppchens“ oder „Pfaffenhütchens“. Die Kapseln sind purpurn. Aus den geöffneten Kapseln leuchten ihre Samen in der Herbstsonne in kräftigem Orange. „Pfaffenhütchen“ heißen sie, weil ihre Früchte die Menschen früher an kleine Hütchen von Pfaffen (=Pastoren) erinnerten.

Außer dem Pfaffenhütchen gibt es weitere für den Menschen giftige oder ungenießbare Heckenfrüchte: Da sind die glänzend schwarzen Steinfrüchte des Ligusters, die ähnlichen Früchte des Hartriegels und die weichen roten Beeren des Schneeballs.

Nähert man sich jetzt der Hecke leise, kann man an manchen Stellen das laute Getschilpe der Sperlinge hören. Ist man ihnen zu nah gekommen, erhebt sich der Schwarm, verfliegt wie eine Rauchfahne und fällt in einen anderen Teil der Hecke ein: Es ist eine gesellige, lärmende Gesellschaft.

Sträucher und kleine Bäume in Hecken

ehemalige Hecke in Ehmen, Kerksiek

Damit Sie die typischen Heckenpflanzen erkennen können, haben wir hier für Sie entsprechende Hilfen hinterlegt.

Bestimmungsbogen a für Heckensträucher und Bogen b für Sträucher und kleine Bäume in Hecken.



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