Station 21: Kinderstube der Insekten Faulbaum

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Der Name ist schon nicht attraktiv, und das Gewächs ist eher unscheinbar. Dennoch verhält es sich hier um einen spannenden Strauch, der schon unseren Urvätern von großem Nutzen war:

Der Faulbaum ist gar kein Baum sondern eher ein Gebüsch, das allerdings eine Höhe von ca 4 m erreichen kann. Seinen Namen erhielt er von dem charakteristischen üblen Geruch, den die Rinde verströmt, wenn sie verletzt wird. Unsere Vorfahren gewannen Holzkohle aus dem Gehölz, das wiederum Grundlage für Schießpulver war. Daher auch der zweite weit verbreitete Name „Pulverholz“. Der Faulbaum kommt praktisch überall in Nordwestdeutschland vor.

In früheren Zeiten wurde aus der Rinde des Faulbaums ein Absud gewonnen, der gegen allerlei Leiden eingesetzt wurde, z. B. als Heilmittel für Leber- und Gallenleiden aber auch als wirksames Abführmittel.

Für den Naturschutz hat der Faulbaum seine besondere Bedeutung aufgrund seiner langen Blütezeit. An einem Strauch sind gleichzeitig verschiedene Entwicklungsstadien zu finden: Knospen, Blüten, reifende und vollreife Früchte. Die Insekten wissen es zu schätzen: In der blütenarmen Jahreszeit wird diese Nektarbar gerne angenommen. Zahlreiche Schmetterlinge besuchen den Faulbaum, für unseren bezaubernden Zitronenfalter sind die Blätter Grundnahrung der Raupen. Ohne Faulbaum keine Zitronenfalter! Die reifen Beeren werden gerne von unseren heimischen Singvögeln verzehrt; aber auch kleine Nagetiere wie z. B. die Haselmaus laben sich an den Früchten. Im Herbst erfreut uns der Faulbaum mit seiner gelbrötlichen Laubfärbung.

Link zur Infografik (PDF)



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